Zahnriemenwechsel: Zahnriemen wechseln beim Alfa Romeo 2,0 Liter Motor

Zahnriemenwechsel: Zahnriemen wechseln beim Alfa Romeo 2,0 Liter Motor

21. Mai 2019

In diesem Videofilm aus unserer Werkstatt zeigen wir Euch, wie man an einem Zwei-Liter-Motor von Alfa Romeo den Zahnriemen wechselt. Dafür müssen erst einmal jede Menge Verkleidungen abmontiert werden, beispielsweise der Ventildeckel. Sehen wir das Innere des Motors, lösen wir die Spannrolle vom Glattriemen.

Beim Zylinder Nr. 1 bauen wir die Zündkerze aus und stecken eine spezielle Meßuhr herein, um den oberen Totpunkt genau zu definieren, damit wir die Steuerzeit vorab einzustellen können. Auch erneuern wir den doppelt-gezackten Ausgleichswellenriemen, der für den Zwei-Liter-Motor von Alfa Romeo bei diesen Baureihen typisch ist. Um die Nockenwellen genau zu fixieren, verwenden wir ein CNC-gefrästes Spezialwerkzeug.

Auch die Spannrolle vom Zahnriemen wird von uns erneuert. Meistens sind noch Spannrollen in Kunststoffausführung verbaut, daher verwenden wir eine Metallrolle, die auch wesentlich haltbarer ist. Die Spannrolle und auch die danebenliegende Umlenkrolle müssen immer miterneuern werden.

Beachtet bitte, dass der Zahnriemen auch Laufrichtung hat. Diese ist beim Zahnriemenwechsel bzw. Einbau des neuen Zahnriemens zu beachten! Nach der Montage der Rollen und Riemen wird der Motor schließlich noch um zwei komplette Umdrehungen gedreht, um zu sehen, ob die Steuerzeiten entsprechend korrekt sind. Beim späteren Festschrauben, ist ein ganz spezielles Drehmoment gemäß Werkstatthandbuch korrekt einzuhalten.

Videofilm:


Getriebeöl oder Öl am Differential der Hinterradachse ohne teures Werkzeug auffüllen

Getriebeöl oder Öl am Differential der Hinterradachse ohne teures Werkzeug auffüllen

21. Mai 2019

Die Klugscheißer wissen ohnehin, dass es im KFZ-Handel spezielle Spritzen für das Auffüllen von Getriebeöl oder anderen Schmierstoffen gibt. Aber wir sind arme Autoliebhaber und können uns diese „Spezialgeräte“ nicht leisten. Daher zeigen wir Euch in diesem Bericht eine billige Werkzeug-Alternative.

Das Getriebeöl sollte man ja ab und zu wechseln. Das Ablassen ist ja schön und gut, aber das Auffüllen von diesem dickflüssigen Zeugs ist einfach unmöglich. Hauptsächlich am Getriebe, insbesondere bei alten Alfa Romeos, ist die Einfüllöffnung dermaßen verwinkelt, dass diese Arbeit in der Werkstatt keinen Spaß macht. Mit einer einfachen Spritze, wo nur wenige Milliliter hereinpassen, ist man stundenlang beschäftigt und das Loch zum Auffüllen ist viel zu dünn. Eine Alternative, so dachten wir uns zunächst, könnte ein Batteriewasserbehälter sein, aber der Druck, den man mit den Händen ausüben muß, um den Kram ins Getriebe zu pumpen, ist einfach unglaublich. Wie haben wie verrückt gedrückt, gehofft, gekuckt und vielleicht zehn Milliliter ins Getriebe bekommen.

Foto: Batteriewasserbehälter


Dann haben wir das richtige, günstige Instrument gefunden. Dieses Instrument ist gewöhnungsbedürftig und wir hoffen, dass sich niemand durch diese Abhandlung „erotisch“ angesprochen fühlt. Jedenfalls nutzen wir eine sogenannte Wundspritze bzw. Blasenspritze. Das Ganze funktioniert klasse, sofern Ihr folgendermaßen vorgeht: Vorne auf die Spritze solltet Ihr einen ca. zehn Zentimeter langen, sauberen Benzinschlauch aufschieben. Beim Auffüllen müßt Ihr extrem reinlich zu Werke gehen. Zudem solltet Ihr nicht versuchen, das Öl aus der Dose in die Spritze einzusaugen. Zieht besser den Druckstempel aus der Blasenspritze heraus und schüttet das Öl in den Spritzenbehälter.

Foto: Omnifix-Verpackung der Wund- und Blasenspritze


Nun könnt Ihr loslegen: Führt den Benzinschlauch knapp vier Zentimeter tief in die Getriebeeinfüllöffnung ein. Am besten ist es, wenn Ihr den Benzinschlauch in der Einfüllöffnung ein wenig einwinkelt. Wenn Ihr noch perfekter arbeiten wollt, dann nehmt ein Stück Perlonstrumpfhose: Nehmt das Stück Perlon und zieht es über die Benzinschlauchspitze, um mögliche Verschmutzungen zu filtern. So sollte es am besten funktionieren!

Freilich hat die von uns genutzte Spritze nur ein Volumen von 100 Millilitern, was zur Folge hat, dass Ihr ungefähr zwanzigmal die Spitze aufziehen und den Inhalt in das Getriebe einfüllen müßt, wenn Ihr beispielsweise zwei Liter Getriebeöl nachfüllen müßt. Aber wir schreiben diesen Bericht ja für jene Leute, die überhaupt kein Spezialwerkzeug vorrätig haben. Und in diesem Fall kann man sich für gerade einmal fünf Euro in der nächsten Apotheke ein sauberes Hilfsmittel kaufen.


Kratzer und Steinschlag im Lack entfernen: Eine Anleitung für die Reparatur am Auto ohne teure Werkstatt

Kratzer und Steinschlag im Lack entfernen: Eine Anleitung für die Reparatur am Auto ohne teure Werkstatt

20. Mai 2019

Um das von vornherein einmal klarzustellen, Kratzer optimal zu beseitigen, geht nur mit mindestens einer Teillackierung. Möglicherweise sind Arbeiten der sogenannten „Lack-Repair-Shops“ auch ordentlich, wobei hier nur die beschädigte Stelle lackiert wird. Naja, jedenfalls wollten wir auch einmal probieren, einen Kratzer im Lack zu entfernen.

Dieser Kratzer, von dem wir bis heute nicht wissen, wie er in den Lack kam, ging uns beim Anschauen des Autos schwer auf den Geist. Jedenfalls besorgten wir uns den passenden Lack, allerdings nicht angemischt mit Härter. Das hat den Vorteil, dass sich kaum flüchtige Stoffe im Lack befinden und somit die ausgestrichene Stelle nicht erwähnenswert „einsackt“. Allerdings besteht ein Nachteil bei Lack ohne Härter: Der Kram braucht sehr lange Zeit bis er halbwegs aushärtet.

Einen ordentlichen Pinsel hatten wir in unserer Werkstatt auch nicht. Es gibt sicherlich bessere Pinsel als unsere alten Dinger, jedoch ist es wichtig, dass die Pinselhaare gleichlang, weich und sehr schmal sind. Damit füllten wir den Kratzer bzw. die Schramme langsam und vorsichtig auf. Wir zogen den Kratzer mit dem Lack nach, also ähnlich wie mit einem „Lackstift“, den es für Smart-Repair-Methoden im Baumarkt gibt.

Nach dem Auffüllen sah die Stelle im Lack so aus:




Danach haben wir zwei Tage gewartet. Anschließend, wie Ihr auf dem nächsten Bild sehen könnt, haben wir die Stelle grob abgeklebt und einen Eimer mit warmem Wasser geholt. Außerdem braucht man noch Seife und 1200‘er Naßschleifpapier. Ihr könnt auch noch feineres Schleifpapier verwenden, beispielsweise 1500’er Naßschleifpapier. Auf gar keinen Fall dürft Ihr gröberes Schleifpapier benutzen!

Mehr oder weniger gut abgeklebt:



Auf diesem Bild könnt Ihr den Kratzer gut erkennen:


Nun bauen wir uns ein „Schleifgerät“. Um die Stelle im Lack ordentlich bearbeiten zu können, brauchen wir ein konisches „Schleifklötzchen“, denn wie Ihr sehen könnt, behindert das obere Abschlußblech das weitere Arbeiten. Dieses Holz ist ein einfacher Keil aus dem Baumarkt. Ihr dürft keinesfalls mit den Fingern schleifen, denn dann kann es leicht passieren, dass der alte Lack bis auf die Grundierung durchgeschliffen wird.

Ein Holzkeil aus dem Baumarkt:


Im nächsten Schritt reißen wir ein passendes Stück aus dem Schleifpapier und legen es sanft um unseren Holzkeil. Das Hölzchen mit Schleifpapier wird dann in das warme Wasser getaucht und das Schleifpapier ordentlich mit der Seife eingerieben. Nun müßt Ihr möglichst im rechten Winkel von links nach rechts über den Kratzer schleifen. Achtet darauf, dass das „Schleifgerät“ immer naß ist, also immer wieder ins Wasser eintauchen und stets neu mit Seife einreiben.

Holzkeil mit Schleifpapier und Seife:



Die zu reparierende Lackstelle wird, nachdem sie halbwegs runtergeschliffen wurde, immer matter. Sobald dieser Effekt zu erkennen ist, könnt Ihr auch vorsichtig quer zum Kratzer schleifen. Nur ganz minimalen Druck ausüben! Zusätzlich könnt Ihr zwischendurch immer wieder mit einem sauberen, weichen Tuch die Stelle abreiben.

Zum Verständnis: Ihr schleift nicht den alten Lack weg, sondern Ihr schleift den Lack weg, den Ihr vor knapp zwei Tagen mit dem Pinsel neu auf den Kratzer aufgetragen habt! Wenn man den aufgetragenen Lack bis auf die Höhe des alten Lackes abgeschliffen hat, sieht man unter Umständen auch klitzekleine Stellen, an denen beim Pinselauftrag doch kein Lack aufgepinselt wurde. Bei uns war das so, aber wir können mit dieser Methode leben. Doch uns war klar, dass wir halt doch einen besseren Pinsel hätten besorgen sollen.

Als wir mit der Abschleiferei zufrieden waren, haben wir die Stelle mit Wasser abgewaschen und abgetrocknet. Am nächsten Tag sah man dann verständlicherweise, dass um die beschädigte Stelle der Lack recht „vernebelt“ (matt) war. Das ist damit erklärbar, dass durch das Schleifen auch die Umgebung des Kratzers in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Lackoberfläche ist hier beschädigt und läßt sich mit einem Schotterweg vergleichen. Um die Oberfläche wieder glänzend zu bekommen, muß man die Oberfläche dieser „Schottersteine“ abschleifen. Das geht mit einer etwas gröberen Politur oder mit Lackreiniger. Laßt Euch notfalls beraten, wir benutzen die Glasurit Feinpolierpaste. Mit der Feinpolierpaste solltet Ihr nun mit einem Mikrofasertuch die „Nebelstellen“ hochpolieren. Aber denkt daran, keinesfalls die neu lackierte Stelle des Kratzers zu polieren!

Glasurit Feinpolierpaste:



Nach zwei Tagen müssen wir die reparierte Stelle noch mit Wachs behandeln. Das ist sehr wichtig, um die nunmehr offenen Lackstellen wieder zu versiegeln. Jedenfalls sah die reparierte Stelle nach unserer Behandlung so aus:



Schlußendlich geben wir zu, dass es sich bei dieser Art der „Reparatur“ um keine optimale Lackreparatur handelt. Aber da es nicht ausbleibt, dass man an der Fahrzeugfront oder an anderen Stellen immer wieder mit Steinschlägen oder ähnlichen Kratzern zu tun hat, ist diese Ausbesserungsart eine Alternative.


Willkommen beim Automobil und Oldtimer Club „La Passione“. Wir sind eine Vereinigung von Auto-, Oldtimer- und Youngtimer-Liebhabern aus Hessen. Mit unserer Internetseite möchten wir technische Hinweise, Ratschläge, Hilfe und Reparaturanleitungen anbieten.

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