Schweller-Reparatur beim Alfa Romeo Spider (Baujahr 1979/1980)

Schweller-Reparatur beim Alfa Romeo Spider (Baujahr 1979/1980)

Datum: 3. Mai 2019

Unsere Beschreibungen sind primär dazu gedacht, Oldtimer-Frischlingen die Angst vor technischer Arbeit zu nehmen. Wir wollen Euch Mut zusprechen und versuchen, Arbeitsschritte mit einer einfachen Sprache zu erklären und auf „kapazitätsunterstreichendes Fachchinesisch“ zu verzichten. Gestehen müssen wir aber, dass eine Schwellenreparatur nicht unbedingt für Einsteiger geeignet ist. Aber diese Arbeiten standen nunmehr bei uns an und konnten nicht mehr aufgeschoben werden. Daher wollen wir Euch mit Hilfe von ein paar Bildern nur zeigen, welcher Aufwand notwendig ist.

Ein Schnäppchen war der Alfa Romeo Spider bestimmt nicht. Aber so ziemlich jedes ältere, bezahlbare Auto hat natürlich seine Macken und genausowenig wie ein Arzt durch ein gerade geschriebenes EKG niemals die Gewährleistung geben kann, dass man an der nächsten Ecke nicht zusammenklappt, genausowenig gibt es einen Gebrauchtwagenhändler oder einen Sachverständigen, der fähig wäre, ein Fahrzeug zu 100 Prozent zu beurteilen.

Sei’s drum, die berühmten Blasen am Schweller waren offensichtlich und wir wußten, was da auf uns zukommen wird. Der erste Schritt besteht darin, erst einmal die Innenausstattung auszubauen. Das heißt, primär müssen die Sitze heraus und mindestens der Bodenteppich muß gelöst und vom Arbeitsfeld weggeklappt werden. Die Blechschrauben, die den Teppich am Unterbodenblech fixieren, haben die unrühmliche Angewohnheit, ziemlich verrostet zu sein. Da hilft oft ein beherzter Hammerschlag auf den aufgesetzten Schraubendreher, um sie gefügig zu machen. Beim späteren Wieder-Eindrehen wirkt hauchdünn eingeschmierte Kupferpaste wahre Wunder und man hat sich für das nächste Mal dieses Problems entledigt. Übrigens, macht nur nicht den Fehler zu denken, es gäbe kein nächstes Mal mehr!


Natürlich reißen auch ein paar Schraubenköpfe ab. Das ist aber kein Problem, sofern man über eine kleine Bohrmaschine verfügt und mit dieser und mit einer eingespannten, kleinen Trennscheibe die verbliebenen Bolzen bündig am Bodenblech abtrennt. Später werden dann daneben neue Schraubenlöcher gebohrt und der Teppich wieder mit neuen Blechschrauben fixiert. Macht es Euch auch zur Gewohnheit, Plastiktüten für die ausgebauten Teile bereitzuhalten. Rein mit dem Zeug und mit einem Filzstift die Tüten beschriften.


Jetzt könnte man eigentlich loslegen, wenn es sich bei unserem Auto nicht um ein Cabrio handeln würde. Das hat jetzt den Nachteil eines fehlenden Daches. Somit hat es physikalisch eine technisch sehr instabile Form. Es muß also eine Verstärkung der Karosserie her, die das Fahrzeug bei der Reparatur daran hindert, sich der Form einer Banane anzugleichen. Wir nutzen hierfür einen „Versteifungsträger“; diesen „Versteifungsträger“ haben wir uns aus ca. 3 mm starkem rechteckigem Stahlträger selbst hergestellt. Mit je einer angeschweißten Platte von ca. 10 cm x 5 cm können wir den Träger an die mittlere Befestigung des Türscharniers vorne und an die Halterung der Schloßaufnahme hinten befestigen. Auf den Fotos ist ungefähr ersichtlich, wie das Ding befestigt wird.


Wir haben uns schon oft an vielen Alfa Romeo Spider betätigt und durch diesen Träger immer eine ordentliche Karosserieform erhalten können. Gestehen müssen wir allerdings, dass wenn das Auto schon soweit vermodert sein sollte und die Karosse krumm ist, dieser Träger kaum noch helfen wird. In diesem Fall sollte man sich einen Träger anfertigen, der zu verstellen ist und mit dem man durch Verschieben die richtigen Spaltmaße wieder herstellen kann.




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